Sportmundschutz
Rund ein Drittel aller Zahn- und Mundverletzungen passieren beim Sport, in bis zu 85 Prozent der Fälle werden die oberen Schneidezähne verletzt. Doch während das Tragen eines Helmes beim Skifahren oder von Knieschonern beim Inlineskaten heute selbstverständlich ist, bleibt der Mund beim Sport meist ungeschützt.
Wer Sportarten nachgeht, die kontaktintensiv sind oder ein hohes Verletzungsrisiko bergen, zum Beispiel Fußball, Hockey oder Kampfsportarten, sollte sich mit einem Sportmundschutz vor potenziell folgenschweren Verletzungen im Mund- und Gesichtsbereich schützen. Den besten Schutz bietet ein individuell gefertigter Mundschutz. Er kann auch eine festsitzende Zahnspange vor Schäden bewahren oder Verletzungen durch diese vermeiden.
Mundschutz ist nicht gleich Mundschutz
Das muss ein guter Sportmundschutz leisten
Ein Sportmundschutz verhindert Bissverletzungen, Platzwunden, Knochenbrüche und Zahnverlust und senkt das Risiko für Gehirnerschütterungen, indem er die Energie eines Schlages oder Stoßes auf den Mund dämpft und verteilt. Um diese Funktion erfüllen zu können, muss das Material des Mundschutzes ausreichend elastisch zur Dämpfung und hinreichend starr zur Druckverteilung sein. Ein guter Sportmundschutz muss darüber hinaus biokompatibel sein, einen guten Halt aufweisen und sich einfach handhaben und reinigen lassen. Außerdem sollte er weder die Atmung noch die sportliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Auf dem Markt gibt es unterschiedliche Mundschutztypen, die sich in der Herstellungsart, in der Schutzwirkung und im Tragekomfort voneinander unterscheiden.
Konfektionierter Mundschutz
Als konfektionierten Mundschutz bezeichnet man vorgeformte Gummi-Schienen, die beispielsweise in Sportfachgeschäften erhältlich sind und nicht individualisiert werden können. Weil diese Form des Mundschutzes nicht an die Zahnreihen ihres Trägers oder ihrer Trägerin angepasst ist und nur durch das Zusammenbeißen der Zähne festgehalten wird, sind Sprache und Mundatmung wesentlich beeinträchtigt. Erfahrungsgemäß bietet dieser Typ den geringsten Verletzungsschutz.
Boil & Bite Mundschutz
„Kochen und beißen“ ist Programm bei dieser Art Mundschutz. Denn das thermoplastische Material wird zunächst in heißem Wasser weich gemacht und dann im Mund mithilfe der Finger, Zunge und durch Zusammenbeißen an den Oberkieferzahnbogen angepasst. Wie gut das gelingt, ist stark vom Geschick des Sportlers oder der Sportlerin abhängig. Ein Boil & Bite Mundschutz hat einen etwas besseren Halt als ein konfektionierter Mundschutz, doch ist das Material oft zu dünn, um einen guten Schutz zu gewährleisten. Bei Patientinnen und Patienten mit festen Zahnspangen kann es zudem passieren, dass sich der Mundschutz nach dem Anpassen nicht mehr entfernen lässt.
Individueller Mundschutz
Der Mundschutz dieses Typs ist so individuell wie seine Trägerin oder sein Träger, denn er wird auf Basis einer Abformung von Ober- und Unterkiefer hergestellt. Mit Einlagen wie Nylon-Netzen kann der individuelle Mundschutz – wie Stahlmatten im Beton – verstärkt und an das Verletzungsrisiko angepasst werden.
Von den hier vorgestellten Varianten bietet der individuelle Mundschutz die höchste Passgenauigkeit, den größten Tragekomfort und den besten Verletzungsschutz. Er kann in beliebigen Farben hergestellt werden, wird gut vertragen und erlaubt zudem eine Anpassung an festsitzende Zahnspangen. Ein individuell hergestellter Sportmundschutz ist zwar etwas teurer als ein konfektionierter oder ein Boil & Bite Mundschutz, dafür ist er aber in der Haltbarkeit überlegen.
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